Mit dem „Architekturwesen 2F“ präsentiert sich eines der größten Werke des Künstlers René Fadinger. Das im Jahr 2019 entstandene Architekturwesen wurde, in Zusammenarbeit mit einer Firma aus Kärnten, als bisher größtes Raumobjekt Fadingers umgesetzt. Mit dem Zusatztitel 2F – two floors – verweist der Titel auf seine räumliche Struktur. Innen begehbar stellt es sich verworfen und in einer Schieflage dar. Nach einer Präsentation in Millstatt, steht das überdimensionale Raumobjekt seit 2021 in der öffentlichen Parkanlage der Stadt Klagenfurt am Viktringerring. Das letzte Bild der Galerie zeigt die initiale Skizze des Projekts.

OrtViktringerringDauerpermanentKünstlerRené FadingerFotosKULTURPROJEKTERLinksinstagram.com/renefadinger

Architekturwesen 2F von René Fadinger

Diese sogenannten Architekturwesen entspringen aus dem gasförmigen, leeren Raum innerhalb architektonischer Konstruktionen. Mit einem Willen zur Form, agieren sie wie Individuen und streben nach einer geeigneten physischen Präsenz, losgelöst von den Begrenzungen des umbauten Raumes.

In ihrer Genese imitieren sie geometrische Grundformen der Architektur und erweitern diesen Aspekt um anatomische Eigenschaften. Auf diese Weise suggeriert die Formensprache dieser Körper oft eine potentielle Dynamik, Architektur wird lebendig und setzt sich in Bewegung.

Es war mir wichtig, dieses Objekt in einer begehbaren Größe zu verwirklichen, um für den Betrachter eine Raumsituation zu schaffen. Die Raumgrenze wird durch eine massive Linie beschrieben, dabei erinnert die Form an eine zweistöckige Grundkonstruktion eines Bauwerkes, dessen Bauplan sich nicht erschließen lässt.

Der Versuch Innenraum und Außenraum zu differenzieren erweist sich als unendliches Gedankenspiel.

René Fadinger, 2021

Kuratorischer Ansatz

Während dem 2019 stattgefunden Projekt For Forest – die ungebrochene Anziehungskraft der Natur – von Klaus Littmann wurde auf der Parkfläche vor der Villa For Forest ein nierenförmiger über zwei Meter hoher Holzzaun aufgestellt. Das Objekt, innen nicht begehbar, war als Erinnerung daran, dass Natur ihren eigenen geschützten Raum braucht, gedacht.

Nach der Entfernung des Holzobjektes haben wir den Ansatz verfolgt, die Wiese ein weiteres mal mit Kunst zu bespielen. Durch die Wiederholung bahnen wir der Kunst den Weg mehr Präsenz zu bekommen und somit eine Erweiterung des Raumes zu schaffen. Nach einer Anfrage durch René Fadinger aufgrund der Notwendigkeit das Metallwesen 2F in Millstatt entfernen zu müssen, hat sich der Ort gleich doppelt angeboten.

Zum Zeitpunkt der Aufstellung stand nur wenige Meter entfernt vor der Landesregierung eine große Metallplastik von Bruno Gironcoli. Die Idee durch Fadingers Architekturwesen die Dichte an Kunstwerken entlang des Viktringerringes zu erhöhen hat den Anstoß gegeben um die Genehmigung und Transport zu organisieren.

Mit freundlicher Unterstützung Seitens des Stadtgartenamtes. Eine Ausstellung gemeinsam mit René Fadinger und Philipp Doboczky in der unmittelbar daneben befindlichen Villa For Forest fand kurz nach der Aufstellung der Metallplastik, im April 2021, statt.